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18.05.2013 :: Deutsch :: Druckversion
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Zukunftsforschung und Politik in den 1960er und 1970er Jahren


„Zukunft“ avancierte in den westlichen Industriestaaten der 1960er und 1970 Jahre zu einer wichtigen politischen und wissenschaftlichen Kategorie. In den 1960er Jahren gedieh auf dem methodisch-theoretischen Fundament der Kybernetik als neuer „Steuerungswissenschaft“ ein im Kern neuer wissenschaftlicher Zugriff auf die Zukunft. Das Feld der „Zukunftsforschung“ (auch: Futures Studies, Futurology oder Prospective) war durchaus fluide; es beschäftigte sich mit Methoden und Formen wissenschaftlicher Vorausschau, Prognose und Planung sowie der Reflexion über mögliche, wahrscheinliche und gewünschte „Zukünfte“ und ihre Gestaltung.

Das Habilitationsprojekt will das Thema angesichts wirkmächtiger transnationaler Wahrnehmungs- und Verflechtungsprozesse in einer inter- und transnationalen Perspektive angehen. Erstens untersucht es die Träger der Zukunftsforschung, ihre Selbstwahrnehmungen und die Produktion von Zukunftswissen in einer westeuropäischen Perspektive. Neben der Bundesrepublik werden die französische und britische Zukunftsforschung näher in den Blick genommen, um spezifische nationale Prägungen zu erforschen. Neben der vergleichenden Ebene rücken transnationale Austauschprozesse im westeuropäisch-transatlantischen Raum in den Blickpunkt. Das Augenmerk gilt den Interaktionsformen zwischen der bundesdeutschen und der westeuropäischen Zukunftsforschung, insbesondere der Frage, inwieweit die westeuropäische Zukunftsforschung „amerikanisiert“ wurde. Zweitens wird das Projekt die Verbindungen zur Politik im Zeichen der wachsenden „Verwissenschaftlichung“ des Politischen und damit die Verwendung von Zukunftswissen herausarbeiten. Im Mittelpunkt steht hierbei die Bundesrepublik und konkret die Bundesebene und die Exekutive. Der Blick gilt gegenseitigen Wahrnehmungen und Kontakten zwischen Zukunftsforschung und Exekutivorganen sowie der Politikberatung durch Zukunftsforscher, also der Frage, durch wen, mit welcher Zielsetzung, welchen Mitteln und – soweit messbar – welchen Wirkungen Expertisen der Zukunftsforschung angefordert und bearbeitet wurden.


Bearbeiterin: Elke Seefried



Bereits erschienene Veröffentlichungen:

  • Prognostik zwischen Boom und Krise. Die Prognos AG und ihre Zukunftsprognosen für die Entwicklung der Bundesrepublik in den sechziger und siebziger Jahren, in: Heinrich Hartmann/ Jakob Vogel (Hg.), Zukunftswissen. Prognosen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit 1900, Frankfurt/New York 2010, S. 76-106.
  • Experten für die Planung? „Zukunftsforscher“ als Berater der Bundesregierung 1966-1972/73, in: Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010), S. 109-152.
  • Towards the ‘Limits to Growth’? The Book and its Reception in West Germany and Great Britain 1972/73, in: Bulletin of the German Historical Institute London 33 (2011), No. 1, S. 3-37.

 

 


 
 
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